Schon zu Beginn des 10. Jahrhunderts gab es am Zusammenfluss von großer und kleiner Erlauf auf dem ca. 20m hohen Felssporn eine Befestigungsanlage (Erdwälle und möglicherweise Holzpfosten), die von durchziehenden kriegerischen Horden aus dem ungarischen Raum verwüstet wurde. Die wurden schließlich 955 n. Chr. im Raum Augsburg in Deutschland vernichtend geschlagen. Ulrich, Bischof von Augsburg hatte die Stadt rechtzeitig befestigen lassen und war am Sieg gegen die ungarischen Heere beteiligt.
Kaiser Otto II hat dann den Bischof von Regensburg, den Hl. Wolfgang, beauftragt, an diesem Zusammenfluss von großer und kleiner Erlauf eine Burg (Castellum) zu errichten. So wurde in dieser Burg, für die die alten Befestigungsanlagen verstärkt und mit einer Mauer versehen wurden, eine Wehrkirche errichtet - unser sogenanntes Oktogon. Wahrscheinlich um 994 wurde sie dem damals schon heiliggesprochenen Bischof Ulrich von Augsburg geweiht. Die Anlage diente auch dem Schutz der Kirche in Steinakirchen. Wieselburg war die älteste Tochterkirche von Steinakirchen. Beide Kirchen wurden 1107 n.Chr. vom Bischof von Regensburg an das Kloster Mondsee übergeben. Unsere Kirche gehörte schließlich für 600 Jahre zum Kloster Mondsee, das auch die jeweiligen Pfarrer in Wieselburg bestellte. 1235 n. Chr. scheint die Kirche als selbständige Pfarre auf. 1291 n.Chr. wird erstmals in den alten Urkunden ein Pfarrer von Wieselburg erwähnt; er hieß Chunrat. Aus den alten Fundamenten, die noch heute im Kirchenpflaster farblich angezeigt werden, lässt sich vermuten, dass direkt an die Kirche ein Haus für die Priester angebaut war; sozusagen ein erster Pfarrhof. Weil die Zeiten immer sicherer wurden, kam es rund um das Oktogon nicht zum weiteren Ausbau der Burg, sondern es entstand innerhalb der Mauern ein Marktplatz mit einigen Steinhäusern, das dann so genannte „Dorf Berg.“ Unten am linken Erlaufufer entstand in der Folge die Siedlung Wieselburg um eine Talsperrburg an der Stelle des heutigen Schlosses. Von 1493 – 1555 n. Chr. wurde die Kirche erstmals erweitert und nach Westen eine Hallenkirche und anschließend ein Turm angebaut. Dafür wurden Steinhäuser abgerissen und ein Teil der alten Wehrkirche. Der verbliebene Rest wurde als Altarraum genutzt.
Bis 1706 n.Chr. verblieb die „Kirche zum Hl. Ulrich am Berg“, wie sie bezeichnet wurde Klosterpfarre von Mondsee und wurde dann von Mondsee an den Passauer Bischof abgetreten. Mit der Gründung der Diözese St. Pölten unter Kaiser Josef II wurde die Pfarre 1785 eine landesfürstliche Pfarre.
Ab 1913 kam es zur Vereinigung der Marktgemeinde Wieselburg mit den umliegenden Gemeinden, so auch mit dem „Gemeindeteil Berg“ mit der Kirche.
Nach dem Brand in der Kirche 1952 wurde diese zum zweiten Mal vergrößert. Diesmal durch einen Bau, ausgerichtet nach Süden und geschmückt mit dem zur Entstehungszeit größten Mosaik in der Diözese St. Pölten. Seit mehr als 1000 Jahren findet sich nun auf diesem Platz eine Kirche und dient den Mitgliedern der Pfarre als Gotteshaus!
Gottesdienst und Hilfsbereitschaft gehören zusammen. Daher sammeln die Christen beim Gottesdienst von alters her für die Hilfsbedürftigen unter sich und für die Bedürfnisse der Seelsorge ihrer Gemeinden. Anstatt eines Gabenganges mit Lebensmittel und Gütern des täglichen Bedarfs wird heute eine Geldgabe eingesammelt – die Kollekte. Auch Sie haben ganz einfach von zu Hause aus die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen und online Ihren persönlichen Beitrag zu leisten.