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Die Pfarre Gansbach wird urkundlich erstmals 1250 erwähnt und dem Pfarrbezirk Mautern zugeordnet. Sie wurde vom Adelsgeschlecht der Kuenringer gegründet, denen damals auch die Burg Wolfstein gehörte. Die Herren von Wolfstein hatten das Patronat der Pfarre Gansbach bis ins 17. Jahrhundert inne. Nach der Schlacht am Weißen Berg 1620 wurden die Besitzungen des protestantischen Schlossherrn vom Kaiser eingezogen. Die Güter der Wolfsteiner und die Pfarre Gansbach wurden dann im Jahr 1630 dem Benediktinerstift Göttweig zugesprochen. Seither wird die Pfarre von Göttweig aus seelsorglich betreut. Seit September 2025 ist die Pfarre Gansbach in den Pfarrverband Mautern eingegliedert worden. Die Verbindung mit Wolfstein spiegelt sich auch in der Sage vom hl. Jakobus wider, dessen Statue von den Gansbachern aus der Wolfsteiner Burgkapelle entführt und in die Pfarrkirche gebracht wurde. Bei Nacht und Nebel soll Jakobus wieder nach Wolfstein zurückgewandert sein.
Die Kirche wurde in mehreren Bauetappen errichtet. So dürfte der gotische Chor mit Kreuzrippengewölbe am Ende des 14. Jahrhunderts erbaut worden sein. Mitte des 15. Jahrhunderts wurde das große zweijochige Langhaus errichtet, was von der Herrschaft Wolfstein und von Wohltätern ermöglicht wurde. Der südlich angegrenzte 26 Meter hohe Turm scheint mindestens ebenso alt zu sein. Im 19. Jahrhundert wurde der westliche Eingang mit dem Vorbau errichtet.
Im Innenraum war im 18. Jahrhundert barockisiert worden. Der Hochaltar, der mit vier Säulen, Ornamenten und Statuen der Heiligen Antonius von Padua, Sebastian und Florian geschmückt ist, reicht bis in das Gewölbe des gotischen Chores. Auf dem Altarbild von 1781 ist das Martyrium des Kirchenpatrons Bartholomäus dargestellt. Das Aufsatzbild zeigt den hl. Johannes Nepomuk und wird der Werkstätte des „Kremser Schmidt“ zugeschrieben. Im rechten Seitenschiff befindet sich der barocke Anna-Altar mit einem Meisterwerk des „Kremser Schmidt“. Das Altarbild stammt aus der 1782 aufgehobenen Kartause Aggsbach und zeigt die „heilige Sippe“ (hl. Joachim, hl. Anna und hl. Maria). Das Bild ist mit 1779 datiert und signiert vom Maler Johann Martin Schmidt, dem berühmten „Kremser Schmidt“. Im Zuge der Innenrenovierung im Jahr 2012 wurde an der Nordwand des Presbyteriums eine mittelalterliche Wandmalerei gefunden, die vermutlich den hl. Martin beim Feiern der Eucharistie zeigt.
Das pfarrliche Leben wird besonders durch das Engagement von Pfarrgemeinderäten, Pfarrkirchenräten und begeisterten Menschen der Pfarre getragen. Viele fleißige Hände tragen dazu bei, dass wir gemeinsam unseren Glauben feiern und leben können. Gemeinschaft wird in den verschiedenen Diensten spürbar und erfahrbar – als Organist, Sänger im Kirchenchor, als Lektor, Ministrant, Mesner, oder beim Kirchenputz.
Gottesdienst und Hilfsbereitschaft gehören zusammen. Daher sammeln die Christen beim Gottesdienst von alters her für die Hilfsbedürftigen unter sich und für die Bedürfnisse der Seelsorge ihrer Gemeinden. Anstatt eines Gabenganges mit Lebensmittel und Gütern des täglichen Bedarfs wird heute eine Geldgabe eingesammelt – die Kollekte. Auch Sie haben ganz einfach von zu Hause aus die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen und online Ihren persönlichen Beitrag zu leisten.