„Wir feiern in der ‚Kirche im Feld‘ in Thening, wie wir sie liebevoll bezeichnen. Und zu Erntedank bringen wir das Feld in die Kirche“, sagt Ortspfarrer Johannes Blüher, der den Gottesdienst mit seiner Ehefrau, Pfarrerin Eva Blüher, feiert. Zu Erntedank tragen die Menschen aus der Gemeinde Korn, Gemüse, Obst und Früchte zum Altar.
„Oft ist es für uns selbstverständlich, dass genügend Essen auf dem Tisch steht. Darum führen wir uns zu Erntedank vor Augen, dass all diese wunderbaren Nahrungsmittel von Gott kommen und dass er uns so reich beschenkt. Neben einem so reich gefüllten Tisch zu stehen, öffnet den Blick für die Dankbarkeit.“ Dieses Sichtbarmachen sei wichtig, so Blüher, denn es gebe Situationen, „in denen uns überhaupt nicht danach zumute ist, dankbar zu sein. Zu Erntedank ermutigen wir uns, den Blick auf das Gute zu richten, das Gott uns schenkt, und zu sehen, dass Gott uns besonders in schwierigen Situationen Stärkung gibt, damit wir die Not überwinden können. Gott schenkt mir alles, was ich zum Leben brauche, vom täglichen Brot bis zu Nähe und Liebe, die mich durch den Tag tragen.“ So gehe es zu Erntedank auch darum, „einen dankbaren Blick zu bekommen“.
Musikalisch begleitet den Gottesdienst der Chor der Pfarrgemeinde Thening unter der Leitung von Andreas Hagmüller, der auch die Orgel spielt. Die musikalische Leitung der Band liegt bei Lukas Böhm.
In der Ortschaft Thening steht die größte evangelische Kirche Oberösterreichs, die Evangelische Kirche im Feld. Sie wurde zwischen Juni 1856 und Juni 1859 in neuromanischen Formen erbaut. 1867 erfolgte der Bau des Kirchturmes. In Thening und speziell westlich davon gab es einen stark ausgeprägten Geheimprotestantismus. Nachdem unter Kaiser Joseph II. 1781 das Toleranzpatent erlassen wurde, erhielten die Anhängerinnen und Anhänger des evangelischen Glaubens das Recht, eigene Bethäuser zu errichten, die zunächst nach außen nicht wie Kirchen aussehen durften, also keine Türme und Rundbogenfenster haben durften. Zwischen Mai 1783 und Jänner 1784 wurde daher auch in Thening ein Toleranz-Bethaus gebaut. 1786 bekannten sich 2449 Bewohnerinnen und Bewohner der Umgebung zur neuen evangelischen Gemeinde Thening. Von Thening aus wurden allerdings auch die evangelischen Christinnen und Christen in Linz bis zur Errichtung eines eigenen Bethauses 1841 betreut. Nach der Fertigstellung der Kirche diente das einstige Bethaus bis 1907 der evangelischen Schule als Heimstätte.
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Gottesdienst und Hilfsbereitschaft gehören zusammen. Daher sammeln die Christen beim Gottesdienst von alters her für die Hilfsbedürftigen unter sich und für die Bedürfnisse der Seelsorge ihrer Gemeinden. Anstatt eines Gabenganges mit Lebensmittel und Gütern des täglichen Bedarfs wird heute eine Geldgabe eingesammelt – die Kollekte. Auch Sie haben ganz einfach von zu Hause aus die Möglichkeit, sich aktiv zu beteiligen und online Ihren persönlichen Beitrag zu leisten.